Es ist ein großer Stressfaktor, wenn Du es allen recht machen willst

Es ist ein großer Stressfaktor, wenn Du es allen recht machen willst

Wir Menschen sind soziale Wesen und viele orientieren sich deshalb an den Erwartungen anderer und stimmen die eigenen Handlungen auf diese ab. Ein Grund kann sein, dass sich so Harmonie erkauft werden soll, ein andere, dass das Selbstbewusstsein gering ist. In jedem Fall führt es zu Stress und Unzufriedenheit, es recht machen zu wollen. Aber Du kannst das ändern!

Wie wirkt es auf Dich, wenn du es allen recht machst?

Wenn Du es anderen recht machen willst, dann kommen deine eigenen Bedürfnisse zu kurz. Klassische Beispiele, die Du kennen kannst, sind:

  • Du hilfst deinen Kollegen, statt Deine Aufgaben zu machen
  • Du übernimmst undankbare Aufgaben, die Dich nicht weiterbringen, statt Dich um Deine Karriere und Dein Wissen zu kümmern.
  • Du bleibst länger, weil Dein Chef es (scheinbar) erwartet.
  • Du fährst Deine Kinder zu Terminen, hilfst Deinen Nachbarn und machst andere Aufgaben, statt Dich um Dich und Deine Gesundheit zu kümmern.
  • Bei der Freizeitgestaltung entscheiden die Vorlieben Deiner Freunde und nie Deine.

Versteh mich nicht falsch, Hilfsbereitschaft ist gut, aber Du sollst das richtige Maß finden, damit Du nicht zu kurz kommst. Nur damit kannst Du hilfsbereit sein und Dich um Deine Aufgaben, Bedürfnisse und nicht zuletzt Deine Gesundheit kümmern. Nur dann kann es Dir damit gut gehen!

 

Warum willst Du Erwartungen erfüllen?

Der Wunsch Erwartungen zu erfüllen, kann in der Persönlichkeitsstruktur festgelegt sein, für bedeutender halte ich aber die Erfahrungen aus der Kindheit. Du musstest tun, was andere (Eltern, Lehrer, Erzieher) wollten. Dir wurde beigebracht, dass die Bedürfnisse anderer Menschen wichtiger sind, als die eigenen. Und du musstest Rücksicht auf andere nehmen. Eltern stellen Regeln auf, die Kinder befolgen sollen. Es gab Lob, wenn sie eingehalten wurden, Ärger wenn dies nicht der Fall war. Das muss nicht immer eine Strafe gewesen sein, Eltern zeigen Kindern durch das eigene Verhalten, ob sie sich „gut“ benommen haben. Positive Zuwendung gab es für „brave“ Kinder, negative, wenn das Kind nicht brav war.

Das führt nach und nach zu inneren unbewusste Glaubenssätzen, die das eigene Handeln weiter prägen. Diese sind zum Beispiel:

  • Meine Wünsche und Bedürfnisse sind nicht wichtig
  • Ob ich liebenswert bin, sieht man daran, ob ich anderen helfe oder nicht
  • Wenn ich nichts leiste, habe ich keine Existenzberechtigung
  • Die eigenen Interessen zu vertreten oder gar über andere zu stellen, gehört sich nicht

Daraus wird ein Verhaltensmuster, das wir bei allen anwenden und dies ganz unbewusst. Du machst Dir vielleicht schon im Vorfeld Gedanken, was erwartet wird und wie Du diese (vermeidlichen) Erwartungen erfüllen kannst. Äußert jemand einen Wunsch, ist es für Dich selbstverständlich diesen zu erfüllen.

 

Stelle fest, welche Erwartungen es gibt

Der erste Schritt ist, herauszufinden, welche Erwartungen überhaupt existieren. Nachfragen verhindert Missverständnisse und Du kommst in die Situation auf die tatsächlichen Erwartungen reagieren zu können. Bei vielen vermeidlichen Erwartungen wirst Du feststellen, dass diese gar nicht an Dich gestellt werden. Bei allen anderen kannst Du für Dich entscheiden, wie Du mit ihnen umgehst. Das Wörtchen „nein“ hilft, sich gegen fremde Erwartungen abzugrenzen.

 

Erlerntes Verhalten kann geändert werden – Gehe bewusst mit Erwartungen um

Ich empfehle Dir, dass Du Dir folgende Fragen stellst und die ehrlich beantwortest:

  • Wann habe ich das letzte Mal jemanden enttäuscht?
  • Wann habe ich das letzte Mal etwas in „vorauseilendem Gehorsam“ getan und dann gemerkt, dass es gar nicht gewünscht war?
  • Wann fühlte ich mich das letzte Mal ausgenutzt? Traurigerweise ist es für andere bequem, wenn Du Dich ausnutzen lässt und sie hören kaum von selbst auf.
  • Welchen Preis zahle ich dafür, dass ich die Erwartungen anderer erfülle?

So kannst Du herausfinden, welche Glaubensätze Deine sind und Dich dazu bringen, Dein Verhalten aufrecht zu erhalten. Die Erkenntnis diese Glaubenssätze zu haben, ist nicht schlimm, Du kannst sie nur ändern, wenn Du sie kennst.

 

Einen neuen Umgang mit Erwartungen anderer finden

Folgende Regeln können Dir helfen, einen neuen Umgang mit fremden Erwartungen zu finden;

  1. Stell eine Liste mit Situationen auf, in denen Du Deine Bedürfnisse zurückgestellt hast um Erwartungen (oder vermutete Erwartungen) anderer zu erfüllen.
  2. Such eine Situation aus, in der Du glaubst, dass es Dir leicht fällt beim nächsten Mal anders zu handeln.
  3. Ruf Dir diese Situation in Erinnerung. Denke an Deine Gedanken, die Dich dazu bewogen haben, so zu handeln, wie Du es getan hast.
  4. Frag Dich, was Du getan hättest, wenn es keine (vermuteten) Erwartungen an Dich gegeben hätte.
  5. Was ist das Schlimmste was passieren kann, wenn Du die Erwartungen nicht erfüllst. Oft sind die Konsequenzen nicht schlimm. Wahre Freunde akzeptieren ein nein und willst Du wirklich jemanden in Deinem Leben, der Deine Bedürfnisse nicht achtet?
  6. Welche Gedanken können Dir helfen, Dich beim nächsten Mal anders zu verhalten und die fremden Erwartungen nicht zu erfüllen. Die könnte das Gegenteil von den Gedanken in Nummer 3 sein. Statt „Ich muss für andere einspringen.“ Könnte ein neuer Gedanke sein. „Ich nehme meine Bedürfnisse ernst.“
  7. Stell Dir jetzt vor Deinem inneren Auge diese veränderte Situation vor.

Trainiere das dann immer wieder auch in der Realität, beginn bei Situationen, in denen es Dir leicht fällt. Dann kannst Du schnell lernen, dass es nicht schlimm ist, die Erwartungen anderer nicht zu erfüllen und mehr auf Dich selbst zu achten. Wenn Du es in leichten Situationen geschafft hast, Dich abzugrenzen, dann wende es in schwierigen Fällen an. Du wirst Dich wundern, was alles möglich ist und dass es Dir immer leichter fällt auf Dich zu achten. Dadurch wirst Du nicht asozial, Du darfst ja weiter hilfsbereit sein, es soll sich nur Deine Einstellung ändern, dass Du fremde Erwartungen über Deine stellst und erfüllen musst. Nur dann kannst Du Die Balance finden.

 

Wenn Du noch mehr über Dich lernen möchtest, dann bietet die Zugspitzakademie München den  NLP Practitioner oder die NLP Ausbildungen und  NLP Coaching.in München an. Durch NLP kannst Du nicht nur Dir helfen und Dich besser verstehen, sondern zum Coach für andere werden, wenn Du das möchtest.

Ich helfe Dir dabei und freue mich auf Dich

Dirk